![]() |
| Valerius De Saedeleer-Winter Landschaft bei Aberystwyth. |
Aus einem Brief an Sidonie von Nadherny; 21.1.1923
"Sonst giebt es nie viel Besuch hier, vollends der Winter ist,
auch heuer wieder, die Zeit meiner reclusion, wie ein Baum
gehe ich nach innen, außen ganz Schweigsamkeit, Stamm
und Geäst, mit nicht dem kleinsten Wort-Blättchen an mir.
Die "Ergebnisse" sind wahrhaftig noch nicht zu sehen."
Rainer Maria Rilke an Sidonie
Nádherný von Borutin ....
Sidonie Nádherná von Borutín,
ab 1898 - Freiin Nádherná von Borutín
* 1. Dezember 1885 in Vrchotovy
Janovice; [Janovice-Tschechisch]
† 30.
September 1950 in Harefield, London;
auch: Sidi [von] Nádherný, tschechisch Sidonie Nádherná z Borutína,
war eine
böhmische Baronin und Salonière.
Sidonie
Nádherný - Schloßherrin von Janowitz -
Durch ihre
Gastfreundschaft und ihre aufgeweckte Geisteshaltung hatte Baronin Sidonie von
Nádherný
das in Mittelböhmen gelegene
Schloß Janowitz/Vrchotovy Janovice und seinen zauberhaften Schloßpark zu einem
Anziehungspunkt für unzählige Gästeaus dem
In- und Ausland gemacht, unter denen sich neben vielen anderen bekannten Größen
auch Rainer Maria Rilke und Karl Kraus befanden.
![]() |
| Sidonie Nádherný von Borutin |
Sowohl Rainer Maria Rilke als auch Karl Kraus
unterhielten über
Jahrzehnte einen regen Briefwechsel mit Baronin Sidonie.
Rainer Maria Rilke an Sidonie
Nádherný von Borutin Briefwechsel 1906-1926 bei Amazon
Karl Kraus Briefe an Sidonie
Nádherný von Borutin 1913-1936 bei Amazon
Einen interessanten Artikel zu Karl Kraus und Sidonie Nádherný von Borutin findet man im Spiegel [14]
des Jahrgangs 1974 : Text: Edles Herz, kalte Braut ....
- Eine Ausgabe bislang verschollener Karl-Kraus-Korrespondenzen erhellt erstmals die private Existenz des "Fackel"-Literaten. Der "große Hasser" und berühmte Satiriker, so zeigen die 1065 Briefe, Postkarten und Telegramme an die böhmische Adelsdame Sidonie Nádherný von Borutin, war zugleich ein ekstatischer, zerquälter, großherziger Liebhaber von der alten Wiener Schule.
Oh Sidi!", "Meine Braut vor Gott!", "Du Heilige", "Herrliche" und "Theuerste!" "Beglückerin Du! Vernichterin! Erretterin!" "Ich hätte nie geglaubt, daß es so über mich noch hereinbrechen kann." "Ich bin von Deinem Fieber geschüttelt." "Ich glühe von Denken und Liebe." "Ich verbrenne."
So schrieb er, als er bereits um die 40 war und seine Zeitgenossen sich längst ihr Bild von ihm gemacht hatten: Es war das des großen Hassers und Nörglers" des strengen Mahners und Propheten, des wortgewaltigen Stilisten und feind-seligen Satirikers, der seit 1899 in seiner Zeitschrift "Die Fackel" mit Pathos, Witz und Perfidie gegen alles und jeden zu Felde zog, um aus dem "Phrasensumpf" einer "schmutzigen Welt" die reine Sprache zu retten.
Karl Kraus, das war, "die Inkarnation des Absoluten, Kompromißlosen", ein "Zauberpriester" und "zürnender Magier" "eine Art Gottesgeißel der schuldigen Menschheit".
Karl Kraus, das war aber auch "der kleine miese Verleumder mit moralischem Kitschton", der "bewußte Giftmischer", "der Kläffer" "der das Messer wetzt, wenn ein andrer Ich sagt".
Kurz, er war seinen Verehrern der mutige und gerechte, seinen Verächtern der monomanisch eitle und infame Karl Kraus, .... weiter beim Spiegel
Karl Kraus [W]
Karl Kraus [Zitate bei Wikiquote]
Maler: Valerius
De Saedeleer-Belgier, 1867-1942 [W-Nl]
::.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Wir sollen nur tiefer und wunderbarer hängen an dem, was war,
und lächeln: ein wenig klarer vielleicht als vor einem Jahr....
Rainer Maria Rilke.
Danke für den Kommentar.
Herzlichst,
George de Courtenay